Jomo Zell
Semesterarbeit SS 2011
dieArchitektur
Projektbeitrag im Rahmen des Festivals der Regionen in Attnang-Puchheim im Juni 2011.
URBANE INJEKTIONEN- AP INTERCONTI AN DEN BAHNHOFSVERLADEGLEISEN
Attnang-Puchheim ist vorwiegend von zwei größeren Gruppen geprägt. Derzeit bewegen sich täglich mehr als 3000 Arbeits-PendlerInnen und bis zu 800 Schul-PendlerInnen über den Bahnhof. Ziel des Projektes ist die Schaffung einer Interaktionsplattform für einen gegenseitigen Austausch zwischen diesen beiden Gruppen.
Status Quo
Bis jetzt sind die Gestaltungsmöglichkeiten und Aufenthaltsorte für Jugendliche in Attnang-Puchheim eher unattraktiv. Es kommt zu unterschiedlichen und verschieden intensiven Konfliktsituationen. So werden einige Jugendgruppen aus dem bestehenden Jugendzentrum gedrängt, ältere Jugendliche finden keine attraktiven Orte zum Ausgehen. Es kommt zu informellen Nutzungen auf öffentlichen Plätzen- dies wiederum bedeutet Konflikte und Unverständnis bei AnwohnerInnen.
Konzept
Das Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung einer einfachen, aber funktionalen und gestalterisch anspruchsvollen Einrichtung, die als Interaktionsplattform dient und gleichzeitig fehlende gastronomische Einrichtungen im neuen Bahnhof kompensiert.
In der Umsetzung sollen vorhandene bauliche Strukturen in Bahnhofsnähe verwendet werden. Dadurch wird einerseits die Attraktivität für die Hauptgruppen gewahrt, andererseits wird der Bahnhof stärker in den städtischen Raum mit einbezogen als bisher. Durch die prominente Lage des APInterConti unmittelbar an den Gleisen und die auffällige Farbgebung wird Aufmerksamkeit erzielt und wird den vorbeifahrenden Fahrgästen der „Kopf verdreht“.
Ein kaum genütztes Verladegleis mit zugehöriger Plattform und Gütermagazin wird durch gezielte Eingriffe neuinterpretiert und umgenutzt. Das Projekt ist modulartig aufgebaut und kann sich schrittweise – in Abhängigkeit von funktionellen Erfordernissen und finanziellen Möglichkeiten - weiterentwickeln. Die Initiative wird über ein Café / Bistro gestartet. Dieses Lokal wird in einem partizipativen Prozess mit Jugendlichen entwickelt und nach einer initialen Betreuungsphase von diesen eigenständig betrieben.
Durch die Verwendung von ISO-Containern können Module hinzugefügt, ausgetauscht oder adaptiert werden. Die Jugendlichen definieren die Funktionen der Elemente und setzen sie auch baulich selbst um. Das Zentrum kann zum Beispiel um Medienräumlichkeiten, Werkstätten, Leseräume, Clubräume, Kinoräume, Schlafräumlichkeiten etc. erweitert werden.
Konstruktion
Format und Gestalt der Container reagieren auf die rasterartige Struktur des Bestands. Sie lassen sich durch beliebige Teilung und Neuverbindung in verschiedenste Formen und Anordnungen bringen. Überdies können so Jugendliche der örtlichen Berufsschule für metallverarbeitende Berufe in der baulichen Umsetzung mitwirken.
Benefit
Im APInterConti kann sich zwischen wechselnden AkteurInnen ein dynamischer Austausch entwickeln, der Toleranz und Zusammenarbeit fördert. Darüber hinaus wird ein bis dato privat genutzter Raum an einem sehr prominenten Platz öffentlich zugänglich gemacht. Man erlebt so als BesucherIn triviale Bahnhofsstrukturen durch eine andere Nutzung neu und das Image des Bahnhofs in Attnang-Puchheim wird redefiniert.

Diese Arbeit entstand im Rahmen des Projektes URBANE*INJEKTIONEN