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Gender I / Antiziganismus - Geschichte, Ideologie, Interventionsmöglichkeiten

27.10., 28.10., 17.11., 18.11. Seminarraum 21 (DOEG21) und ZV Audimax C (KO0129 C)

Die Lehrveranstaltung folgt der Konstruktion der Roma und Sinti als „den Anderen“ innerhalb Europas und beleuchtet dabei Mechanismen des Othering, der kulturellen Essentialisierung und Stigmatisierung. Im Mittelpunkt steht die kritische Auseinandersetzung mit Antiziganismus, der Entstehung und Entwicklung eines homogenisierenden Bildes „des Zigeuners“, „der Zigeunerin“, das die Ausgrenzung der ethnischen Gruppe legitimiert hat. Dabei werden Verbindungen zwischen Antiziganismus und Antisemitismus sowie der postkolonialen Theorie herausgearbeitet.

Es wird vorgestellt, welche Zuschreibungen antiziganistische Bilder prägen und auf welche Weise diese im Laufe der Geschichte instrumentalisiert wurden. Auch die Rolle von Wissenschaft und pseudowissenschaftlichen Strömungen für die Herausbildung dieser Bilder sowie ihre Reproduktion und Festschreibung in rezenten öffentlichen und politischen Diskursen – angefangen von Bettelparagrafen, der Räumung von informellen Siedlungen bis hin zu 'Gypsy Folklore' – werden diskutiert. Dabei werden auch europäische und nationale Strategien zur 'Integration' der Roma und Sinti kritisch in den Blick genommen, die als Gegenmaßnahme zur fortwährenden Ausgrenzung und Gewalt gegenüber Roma und Sinti verstanden werden. Und schließlich, welche Auswirkungen haben die Zuschreibungen und damit verbundenen Mechanismen der Ausgrenzung auf die Betroffenen selbst? Welche Gegenstrategien entwickeln diese im Rahmen von Selbstvertretungsorganisationen und in der Kunst aber auch welche Formen der Intervention sind auf Seiten der Mehrheitsgesellschaft möglich? Diese Fragen bilden den Rahmen für die in der Lehrveranstaltung behandelten Themenbereiche.

Die Studierenden erhalten einen Einblick in zentrale theoretische Ansätze zum Thema (End, Gière, Wippermann, Stolcke), welche durch empirische Fallbeispiele zu Roma und Sinti in Europa vertiefend erörtert werden. Die in der Lehrveranstaltung behandelten Themenfelder werden durch die Diskussion von Schlüsseltexten sowie multimedialen Materials vertieft. Auf Basis der erörterten Themenbereiche erhalten Studierende die Möglichkeit, Formen der Intervention gegen antiziganistische Bilder und Diskurse zu erarbeiten und in der Gruppe zu diskutieren.

 

Do, 27.10.2016, 12:00-18:00 Uhr (Auftaktveranstaltung)

Seminarraum (DOEG21), Domgasse 1, EG

 

Fr, 28.10.2016, 10:00-18:00 Uhr

Do, 17.11.2016, 10:00-18:00 Uhr

Fr, 18.11.2016, 10:00-18:00 Uhr

ZV Audimax C (KO0129 C), Domgasse 1, 1. Stock

 

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