Galerie:  Arbeiten >  Architektur | Urbanistik > BAHNHOF ALS BEUTE.

BAHNHOF ALS BEUTE.

Marcus Brückner
Semesterarbeit SS 2011
dieArchitektur | Urbanistik

Projektbeitrag im Rahmen des Festivals der Regionen in Attnang-Puchheim im Juni 2011.

Attnang-Puchheim ist bekannt. Bekannt als Umsteigebahnhof an der Westbahnstrecke zwischen Linz und Salzburg. Dieser ist tägliche Anlauf- oder Aufenthaltsstätte für PendlerInnen, Umsteigende und Reisende. Auf Grund seiner Bekanntheit ist der Bahnhof überregional zum Synonym für Attnang-Pucheim geworden und steht stellvertretend für den Ort und dessen Charakter. Die innerstädtische Lage beansprucht eine riesige Fläche im Ortskern und teilt diesen in zwei Teile, spielt jedoch zugleich im täglichen urbanen Leben kaum oder keine Rolle. Die Monofunktionalität des Bahnhofgeländes wirkt als urbane Schwelle, was PendlerInnen und Reisende zu einer Art „gated community“ werden lässt. Mit der Installierung von urbanem Raum und Nutzungen auf „vergessenen“ Flächen können die Monofunktionalität aufgebrochen und das Bahngelände ins städtische Leben integriert werden.

Die Injektionsräume schließen an dem Tunnel, der von allen genutzt wird, an. Der westliche Tunneleingang ist in seiner Nutzung ein reiner Durchgangsraum, besitzt aber eine interessante Topographie mit hohen Qualitäten. Durch die Aktivierung dieser kann er von einem Durchgangsraum zu einem Aufenthaltsort transformiert werden. Ein Tunnelaufgang erschließt einen PendlerInnen-Parkplatz zwischen den Gleisen mit immenser Fläche für eine temporäre Parkplatznutzung, die auch Bühne für mehr sein könnte. Ein Notausgang führt zu einem „Raum von Zügen“, der zwischen den Rangier- und Abstellgleisen liegt. Die Erfahrbarkeit als ein Ort der Ruhe, wo man zwischen den Zügen den Kopf in den Wolken trägt, lädt sowohl Reisende als auch EinwohnerInnen zum kurzen Verweilen ein.

Fotos und Pläne © Marcus Brückner

Diese Arbeit entstand im Rahmen des Projektes URBANE*INJEKTIONEN

© Marcus Brückner