Christina Nehrer
Kollektion 2011
Bachelorarbeit / Bachelorstudium Mode
Christina Nehrer veranschaulicht in ihrer Arbeit das Konzept der Körperkunst anhand von ausgewählten Beispielen.
Seit Beginn der Body Art in den 60er Jahren wird der menschliche Körper eingesetzt, um Kritik an bestehenden Systemen, gesellschaftlichen Strukturen oder sozialpolitischen Aspekten zu üben. Beginnend mit der Position des Wiener Aktionismus, mit den Aktionen von Otto Mühl, Günther Brus, Hermann Nitsch und Rudolf Schwarzkogler, die maßgeblich diese Kunstrichtung prägte, bearbeite ich die verschiedenen Positionen der BodyArt Performance. Vordergründig waren die Wiener Aktionisten darauf fokussiert, Tabus zubrechen, den bürgerlichen Kunstbegriff zu boykottieren sowie zur persönlichen Enthemmung und Befreiung von psychisch-sozialen Zwängen beizutragen. Der Körper, der dabei im Mittelpunkt experimenteller Untersuchungen steht, wird instrumentalisiert und dient als das eigentliche künstlerische Material mit dem gesellschaftliche Codes analysiert werden. Die bewusste Herangehensweise des Schmerzes, in diesen Performances spielt in body Art eine zentrale Rolle. Auch der Einsatz von Blut, extern verwendeten Gegenständen, Farben sowie religiösen Symbolen wird dabei beleuchtet. Diese künstlerischen Studien am eigenen Körper der Vertreter der Körper Kunst und die Partizipation des Publikums veranschaulichen die Schaulust an autoagressiven Handlungen in der Gesellschaft. So beschäftigt sich ein Aspekt dieser Arbeit mit der Rolle der Zuschauer. Mit Performances, in denen das Publikum selbst zum Akteur wird und Verantwortung für seinHandeln übernehmen muss arbeiten die Künstler Yoko Ono, Marina Abramovic und Wolfgang Flatz.
Die „Beschneidung“ des Körpers, der symbolisch für eine Beengung steht, welche durch den Akt der Verletzung durchbrochen werden soll, ist auch Grundlage meiner „modischen“ Auseinandersetzung. In meiner Kollektion steht die Kleidung symbolisch für die Haut der Künstler und die beengende Struktur die aufgelöst werden will. Die Kollektion „ENTENGUNG“ handelt von dem ersten kraftvollen Versuch aus einer bedrängenden Situation auszubrechen, welche auf einer kognitiven Ebene basiert. Die scheinbar bedrohliche Beengung, ist auf erstarrte Lebensweisen, persönliche Konditionierung, Muster und von Außen einengenden Lebensstrukturen zurückzuführen. Die Kleidung der Kollektion ist gleichzusetzten, mit der vom Inneren nach Außen transformierenden „Bedrägnishülle".