Gerald Pilz
Semesterarbeit WS 2010/2011
Architektur | Urbanistik
Thema des Semesterprojektes ist ein neu zu planendes Quartier in Linz. Die knapp 40.000 m² große Fläche zwischen Wiener Straße, Unionstraße und den Bahngleisen der Österreichischen Bundesbahnen – derzeit noch dem Hauptbahnhof Linz zugeordnet – wird in Zusammenhang mit Musiktheater, Neuplanung Stadtpark, Umgestaltung Wiener Straße sowie diversen Großprojekten rund um den Bahnhof zukünftig wertvolles Stadtgebiet werden.
Vorgeschlagen wird ein Sportquartier für Linz. Das städtebauliche Konzept sieht einen Nutzungsmix aus Sport, medizinischem Training, Aus- und Weiterbildung, Kinderbetreuung, Mediathek mit Kino, Gastronomie, Sportgeschäften und Dienstleistungen sowie temporärem Wohnen vor. Eine Tiefgarage für PKWs und eine Hochgarage für Fahrräder werden im Bereich Ecke Unionstraße/Wiener Straße implementiert. Die bereits vorhandenen öffentlichen Verkehrsmittel wie ÖBB und Straßenbahn werden eingebunden.
Ziel war es, eine Gebäudeform zu entwickeln, die sich harmonisch in die Stadtlandschaft einfügt, die Höhen der angrenzenden Gründerzeitblocks aufnimmt und die attraktive Gleislandschaft integriert. Jahrzehntelange Wartungsarbeiten in den Werkshallen haben eine starke Bodenkontamination zur Folge. Ein großflächiger Bodenaustausch bis mindestens sechs Meter Tiefe ist dadurch notwendig. Dieser Umstand wird genützt, um eine einzigartige aber auch dynamische Form aus dem nahezu dreieckigen Umriss des Grundstücks zu entwickeln. Falten wird zum Thema. Seine Dreidimensionalität erhält das Sportquartier durch Einschneiden und Auffalten einzelner Platten die das Grundstück fast selbstverständlich vorgibt. Die aufgefaltete Landschaft nutzt die sechs Meter tiefe Baugrube und greift die Höhe der angrenzenden Gründerzeitblocks auf. Daraus ergibt sich eine Höhendifferenz von 24 Metern. Ein Spalt von Ost nach West unterteilt das Sportquartier und wird als Laubengang ausgeführt. 6 Schuppen auf dem Norddach belichten die darunterliegenden Sportbereiche und unterstreichen die technische Naturlandschaft, die zum Teil an Flugzeugtragflächen erinnert. Graslandschaften, Obstgärten und Naschhecken gestalten die Oberfläche des begehbaren Sportquartiers und schaffen differenzierte Nutzungsbereiche.
Ein weiteres wichtiges Element ist der Kletterpark, welcher als umgekehrter Pyramidenstumpf durch alle Geschoße gesteckt wird. Die unterschiedlich geneigten Flächen bieten Kletterspaß an allen acht Seiten. Das Sporthotel befindet sich - eingebettet im Skatepark - wind- und lärmgeschützt sechs Meter unter dem Terrain. 40 Zweiraumwohnungen mit dem vorgelagerten, begrünten Boulderhof bieten Platz für Schulen, Seminaristen oder Urlauber. Die von den ÖBB benötigten 20.000 m² Bürofläche werden in Form einer parallel zum Hauptbahnhof Linz liegenden Spange vorgeschlagen.
Lagepläne und Visualisierungen © Gerald Pilz
Diese Arbeit entstand im Rahmen des Projektes SUPERPLAN!