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Wachstu(r)m

Christian Wolf
Semesterarbeit SS 2009
Studienrichtung: Architektur

Der „Wachstu(r)m“ ist Christian Wolfs Antwort auf die fortschreitende Zersiedelung unserer Landschaft: „Der Traum von der eigenen Villa im Grünen ist gesamtgesellschaftlich nicht mehr leistbar, weshalb die Zukunft nur in kommunikativen Raumsystemen und in Gemeinschaftsformen des Zusammenlebens liegen kann. Es gilt daher, eine optimierte Form für eine solche Gesellschaft und deren Lebensform zu finden bzw. wieder zu entdecken. Die vertikalen Bebauung mit möglichst viel Gestaltungsfreiraum ist die ideale Lösung.“

Staat sagt Zersiedelung den Kampf an!
Neue Bebauungsstruktur wird festgelegt
Von Christian Wolf  

Linz. - Nach jahrelangen Diskussionen hat das neu gewählte Parlament den Grundstein für das Wohnen der nächsten Jahrzehnte gelegt. Punktuelle Turmbebauungen mit unterirdischer Magnetschwebebahn sollen dem Klimawandel und der Verknappung der noch verfügbaren Ressourcen (Grund und Boden, Energie) den Kampf ansagen. Ziel der neuen Raumplanung ist ein wohl auch erzwungenes Umdenken in Richtung einer gesteuerten Siedlungsentwicklung, die sich an öffentlichen Verkehrsmitteln orientiert.
Als Beispiel werden die bereits vor mehreren Jahren erbauten Türme im Linzer Umland angeführt.
Die als Pilotprojekte realisierten Türme werden als gut funktionierendes und der Zeit entsprechendes Wohnen von der Bevölkerung gut angenommen. Viele BewohnerInnen befürchteten vorerst, in einem 80 Meter hohen Glaskasten gesteckt zu werden, doch durch die ständig wechselnden Grundrisse und die freien Gestaltungs- und Wohnmöglichkeiten gleicht kein Turm dem anderen. Die großzügigen Frei- und Erschließungsflächen werden sehr gut angenommen und mit verschiedenen Funktionen bespielt. So bunt sich die Türme nach außen hin präsentieren, so verschieden sind die Nutzungen in den Türmen.
Das Problem der Zersiedelung wird von verschiedenen Seiten als das größte Übel des Städtebau angesehen. Deshalb wurde der erste Turm inmitten einer solchen Siedlungsstruktur verwirklicht. 
Die Rückbebauung der Einfamiliensiedlungen in der Nähe von Traun soll allen am Planungs- und Gestaltungsprozess beteiligten AkteurInnen die Verschwendung an Ressourcen der letzten Jahrzehnte aufzeigen, und ein Umdenken herbeiführen. Durch die vertikale Bebauung wird versucht, den traditionellen Landschaftscharakter, welcher früher um die bäuerlich besiedelte Landschaft mit typischen Hofformen (Innviertler Vierseithof, Hausruckhof, Einhaus-Hof) entstanden ist, wieder herzustellen.
Um die Türme sollen wieder gezielt landschaftliche Akzente gesetzt werden wie Streuobstwiesen, standortgerechten Hecken und Sträucher, Gemüsegärten und mehrere kleinen Äckern.


Diese Arbeit ist das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit dem Jahresthema und gleichnamigen Projekt Soziale Revolution: Stadt!.

Perspektive
Schnitt | Bilder: Christian Wolf
Lagermodell
Boxen | Fotos: Nikolaus Schullerer