Gallery:  Works of Art > Waste(d) Land

Waste(d) Land

Mair Silvia
Entwurf, 2012
Architektur | Urbanistik

Arbeit im Rahmen des Projektes ´minus g´

Als Schauplatz für meinen Entwurf im Zuge des Semesterprojektes „minus g“ habe ich Mülldeponien gewählt. Im Zuge einer ersten Recherche analysierte ich Müllhalden in Entwicklungs- und Schwellenländern. All diese Orte haben eines gemein: Die sogenannten „Trashpickers“, Menschen, die von und in den Abfällen der oberen Schichten leben. Meist sind sie von der Gesellschaft Aussetzige, die in vielen Ländern jedoch eine notwendige Grundlage für die Lösung und Bekämpfung des Müllproblems sind. Das Wohnen und Leben dieser Menschen in Form von informellen Siedlungen findet direkt in den Deponien statt.

Viele der Orte können in ihrer momentanen Situation für keine Art des Wohnens verwendet werden, da entweder große Mengen Elektroschrott entsorgt werden (Dandora, Nairobi) oder große Verbrennungsanlagen existieren. An diesen Orten ist eine Form des Wohnens nicht denkbar, da der Boden mit Schwermetallen und die Luft durch die Abgase der Verbrennung verseucht ist und somit schwere gesundheitliche Langzeitschäden für die Bewohner folgen.

Anders ist das an Orten, an denen hauptsächlich „Haushaltsmüll“ als „landfill“ verwendet wird, also alles nicht Wiederverwertbare einfach von Planierraupen zusammengepresst wird und diese Deponien immer mehr und mehr an Größe gewinnen. Hier landet alles aus den Haushalten der Großstädte, von der Plastikverpackung bis zur alten Badewanne. Riesige Landschaften, bestehend aus dampfenden Müllbergen in unmenschlicher Umgebung, mit kreisenden Raben und Möwen bestimmen die Umgebung. Dazu zählen „Jardim Gramacho“ in Rio de Janeiro und „Manshyat Naser“ in Kairo. Hier können die Lebensumstände der Trashpickers durch sehr einfache, grundlegende Massnahmen verbessert werden.

Durch eine Verseuchung des Untergrunds kristallisiert sich sehr schnell ein erster Schritt im Entwurf hervor: das Abheben des Wohnens vom Boden durch eine Grundkonstruktion, beispielsweise ein gesponsertes Gerüstsystem, das schnell und flexibel auf- und abgebaut werden kann. Für die Konstruktion wähle ich ein Material, das  global verwendet wird aber im Moment keine Wiederverwendung findet, also den Trashpickern nicht als finanzielle Lebensgrundlage dient (wie es zum Beispiel mit Cola Dosen und PET Flaschen der Fall ist, die von den Menschen an Wiederaufbereitungsunternehmen verkauft werden können). Meine Entscheidung fiel auf Aseptic Plastic, sogenannte Mischkartonagen, besser bekannt unter dem Produktnamen „Tetra Pak“. Dieses Material ist einerseits durch seine Zusammensetzung sehr wiederstandsfähig, andererseits macht es gerade dieser Aspekt schwer recyclebar.

Kreislauf Cairo
Tagesablauf Cairo
© Mair Silvia
Schema Toiletten