Jennifer Yoko Mory
Kollektion 2011
Bachelorarbeit / Bachelorstudium Mode
Im Zuge meiner Bakkalaureatsarbeit setzte ich mich mit der theoretischen Grundlage meiner Abschlusskollektion //hardCORE// auseinander.
Ausgehend von der Kleidung in pornographischen Filmen und Magazinen beschäftigte mich der Fetischismus vor allem im sexuellen Kontext und weitergehend die Verbindung dieser Thematik mit Mode. Dabei bearbeitete ich das Spannungsfeld vom verhülltem und enthülltem Körper. Grundsätzlich beschäftigte mich während des Entwurfsprozesses die Aufschlüsselung bestimmter sexueller Kodierungen in der Kleidung im Zusammenspiel mit dem eigenen Körper. Dabei versuchte ich bereits bestehende Kleidercodes der Fetischszene in meine Kollektion zu transformieren, um das Thema Sexualität auf meine Art und Weise auszuformulieren. Ebenso versuchte ich eine Geschlechterunterscheidung in meinen Kleidungsstücken zu vermeiden und es entwickelte sich daraus eine Unisex Kollektion.
Schlussendlich soll in dieser schriftlichen Arbeit der theoretische Zugang zu meiner Kollektion erläutert werden, um Aufschluss über meine eigene Motivation und den Entwurfsprozess der Kollektion zu geben.
In meiner Designarbeit wird durch das Spiel von weiten und schmalen Silhouetten die verbreitete Meinung über die sexuelle Komponente von eng anliegender Kleidung hinterfragt. Der Moment der Verhüllung und Enthüllung wird in der Kollektion sinnbildlich über Schnitt und Freilassungen festgehalten.
Interessant erschien mir im Zusammenhang damit die Begrifflichkeit Fetischismus, welchenicht ausschließlich ein männliches Phänomen sondern gleichermaßen ein weibliches ist. Durch die Verwendung von sexuell aufgeladenen Materialitäten, in differenzierter Art und Weise, und dem bewussten Einsatz der Wechselwirkung von Zeigen und Verdecken der Körperteile wird ein verschleierter „Fetisch“ mit neuen Assoziationen gezeigt.
Die Kollektion //hardCORE// verhindert durch Unisex Kleidung eine Geschlechterdifferenzierung und wird dadurch geschlechtlich homogenisiert. Eine Irritationdes Betrachters soll suggeriert werden, welche die Dynamik der Kleidung in den Mittelpunkt stellt.
//hardCORE// ist ein visuelles Spiel für und mit dem Betrachter im Zusammenhang mit seinem Körper und somit auch seiner Sexualität