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Lichtspuren

Fotografie aus der Sammlung Katalog zur Ausstellung 2008
18.4. - 30.11.2008 Mit Beteiligung von Johannes Wegerbauer, Professor der Studienrichtung Grafik-Design und Fotografie.
Ist Fotografie eine Kunst? Diese Frage sollte man nicht stellen. Kunst ist überholt. Wir brauchen etwas anderes. Man muß dem Licht bei der Arbeit zuschauen. Es ist das Licht, das erschafft. Ich sitze vor einem Blatt lichtempfindlichen Papier und denke. (Man Ray, 1928)
Fotografien sind auf Papier gebannte Spuren von Licht- und Zeitereignissen.

Die Fotografie ist eine Lichtschrift, befähigt, die Geschichte der Menschen aufzuzeichnen. Sie entstand im Zeitalter der Entdeckung der Geschichte und ist selbst - den Pionieren der Fotografie zufolge - eine ideale Historikerin.

"Die Sonne wird auf diese Weise zum Geschichtsschreiber der Zukunft werden, durch die Genauigkeit ihres Stiftes ebenso, wie durch die Präzision ihrer Aufzeichnung die Wahrheit selbst festzuhalten; dann wird die Geschichte aufhören, fabelhaft zu erscheinen."(David Brewster, 1856)

Betreibt die zeitgenössische Fotografie paradoxerweise eine bewusste Rückkehr zur Fabel? Zeitgenössische FotokünstlerInnen stecken die narrativen und technisch machbaren Grenzen des Mediums ab. Doch eine Frage bleibt bestehen: Wann tendiert die Fotografie zur fiktionalen Schilderung und wann zur kritischen Bestandsaufnahme gesellschaftspolitischer Phänomene?

Die Ausstellung zeigt einen themenorientierten Querschnitt durch die Fotosammlung des Lentos, die zur Zeit etwa 1.100 Exponate umfasst. Erschienen: 2008
Herausgeber: Kunstmuseum Lentos www.lentos.at